Teilungsversteigerung

Was ist unter dem geringsten Gebot zu verstehen?

Das geringste Gebot ist derjenige Betrag, den Sie mindestens bieten müssen, damit Ihr Gebot gebaut überhaupt entgegengenommen wird. Zugleich bedeutet das geringste Gebot, dass das Amtsgericht den Zuschlag an einen Meistbietenden nur erteilen darf, wenn alle im Grundbuch eingetragenen Rechte, die dem das Versteigerungsverfahren betreibenden Gläubiger im Rang vorgehen, vom Gebot abgedeckt sind.

Grund ist, dass diese Gläubiger bei der Versteigerung, die sie selbst nicht beantragt haben, keine Nachteile erleiden sollen. Diese Rechte müssen also in das geringste Gebot aufgenommen werden. Sind solche Rechte nicht relevant, müssen mindestens die Gerichtskosten des Versteigerungsverfahrens, insbesondere die Kosten für die Anfertigung des Sachverständigengutachtens über den Verkehrswert der Immobilie, abgedeckt sein.

Wie hoch ist das Mindestgebot?

Das Mindestgebot erfasst alle mit dem Versteigerungsverfahren verbundenen Kosten. Dazu gehören die Gerichtsgebühren für das Verfahren, die Kosten für den Sachverständigen zur Erstellung eines Wertgutachtens für die Immobilie sowie meist auch die Inseratskosten in Zeitungen, in denen das Gericht potentielle Interessenten auf die Versteigerung der Immobilie aufmerksam macht.

Soweit eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen ist, die ein noch nicht vollständig getilgtes Darlehen absichert, wird diese in das Mindestgebot einbezogen. Das vom Versteigerungsgericht festgelegte Mindestgebot wird also durch den Betrag, mit dem die Grundschuld noch valutiert, aufgestockt. Auch die Grundschuldzinsen sind zu berücksichtigen.

Was sind die Wertgrenzen?

Die Wertgrenzen sollen verhindern, dass eine Immobilie unter Wert verschleudert wird. Liegt ein Meistgebot unter 5/10 des festgesetzten Verkehrswertes, muss der Rechtspfleger den Zuschlag von Amts wegen versagen. Erreicht das Meistgebot zwar 5/10, nicht aber 7/10 des Verkehrswertes, kann jeder Miterbe als Antragsgegner beantragen, den Zuschlag zu versagen. Wird der Zuschlag versagt, muss von Amts wegen ein neuer Versteigerungstermin bestimmt werden. Dann gilt die 5/10 Grenze nicht mehr.

Wurde der Zuschlag erteilt, können Sie bis zur Rechtskräftigkeit des Beschlusses des Amtsgerichts Vollstreckungsschutz beantragen (§ 765a ZPO), wenn ein krasses Missverhältnis zwischen Meistgebot und Verkehrswert besteht. Sie können so verhindern, dass durch ein extrem niedriges Gebot Ihre Immobilie verschleudert wird (BGH NJW-RR 2003, 1648; FamRZ 2006, 697). In Betracht kommt auch, dass die Fortführung des Verfahrens wegen einer schweren Erkrankung oder Suizidgefahr eines Miterben unzumutbar wäre (BVerfG NJW-RR 2007, 228).